Blockade der Windkraft geht weiter

 

Es kam, wie es kommen musste: In der Ratssitzung am 11. Februar 2020 genehmigte der Rat der Stadt Barntrup mit großer Mehrheit einen Dringlichkeitsbeschluss zur Ausweisung eines Naherholungsgebietes am Bromberg. Damit wurde der Beschlussempfehlung des Planungsausschusses aus der Vorwoche entsprochen.

Einmal mehr erweisen sich CDU, SPD und FDP als Blockierer regenerativer Energieformen. "Wir sind ja nicht prinzipiell gegen Windenergie" - solche Bekenntnisse werden seitens der anderen Fraktionen gern öffentlichkeitswirksam platziert. Die Realität in der politischen Arbeit sieht leider entgegengesetzt aus. Seit Jahren scheut man weder Kosten noch Mühen, um neue Anlagen zu verhindern. Jeder noch so weit hergeholte rechtliche Winkelzug ist willkommen, um mögliche Flächen aus der Planung zu nehmen.

Dass SPD, CDU und FDP, die unlängst den Bau der Nordumgehung gegen jede ökologische Vernunft voran getrieben haben, nun ausgerechnet beim Thema Windkraft ihre Liebe zu Natur- und Landschaftsschutz entdecken, entbehrt nicht einer gewissen Ironie. Man könnte lächeln, wenn das Ganze nicht so traurig wäre.

Das ganze Land redet über Klimawandel und Energiewende, nur in Barntrup gehen die Uhren anders. Hier ist die Welt wohl noch in Ordnung. Natürlich will man auch hier weg von Kohle- und Atomstrom, aber die nötigen Schritte sollen doch bitte woanders geschehen.

Ärgerlich für alle SteuerzahlerInnen in Barntrup, denn egal, wie jeder Einzelne zur Windenergie steht: Seit Jahren werden nicht unerhebliche Mittel aufgewendet, um die Windkraft vor Ort zu bremsen. Rechtliche Beurteilungen, diverse Gutachten, Umwidmungen von Flächen; dazu die Kosten, die der fast fertige Flächennutzungsplan verursacht hat, der nun seit 2016 in der Schublade ruht. Von den verlorenen Steuereinnahmen, die den Haushalt entlasten könnten, gar nicht zu reden.

Was, wenn irgendwann doch andere Anweisungen aus Düsseldorf oder Berlin kommen und auch Barntrup sich nicht mehr drücken kann? Wie erklären die anderen Fraktionen dann den Bürgerinnen und Bürgern, dass all die Überlegungen, all die Sitzungszeit und vor allem all das Steuergeld umsonst aufgewendet wurden?



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