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Von Bienen, Blüten und Gentechnik

 

Es wurde viel diskutiert über die Zulassung des Gen-Mais 1507 in Europa. Dabei ist er längst zugelassen: als Futtermittel für Tiere, importiert aus Anbauländern wie den USA, Kanada und Staaten in Mittel- und Südamerika. Nun soll er, wenn es nach den Agrochemie-Konzernen geht, auch in Europa angepflanzt werden. Schließlich warten Bayer, Dupont, Dow und Co. schon länger auf die „Früchte“ ihrer teuren Forschung!

Der Gen-Mais produziert während seiner gesamten Vegetationsperiode in allen Pflanzenteilen, auch in den Pollen, ein Insektizid (Bt-Protein Cry 1), das Schädlinge vernichten soll. Damit tut uns die Agrochemie etwas „richtig Gutes“, denn nun bedroht der Maiszünsler (ein Falter) unsere Ernährung und die unserer Tiere nicht mehr. Nur schade, dass ein Kollege des Maiszünslers, der Eulenfalter, da nicht mehr mitmacht. In Puerto Rico war dieser Schmetterling nach drei Jahren Anbau resistent gegen das Gift!

Bereits im Jahre 2005 stellte die EFSA (europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit) in ihrer Sicherheitsbewertung fest, dass der Gen-Mais 1507 keine negativen Auswirkungen auf Mensch, Tier oder Umwelt habe. Aktuelle Studien zweifeln dies zu Recht an. Die Zulassungsgegner kritisieren unter anderem, der Mais könne zur Todesfalle für andere, nützliche Insekten werden.

Bei der Abstimmung über den Gen-Mais wurde im EU-Ministerrat die jeweils nötige Mehrheit von 260 Stimmen für ein „Ja“ oder „Nein“ verfehlt. Deutschland hat sich enthalten. So hat die Bundesregierung erheblich zu dem unklaren Ergebnis beigetragen. Jetzt ist die EU-Kommission gefragt, sie kann den Gen-Mais zulassen.

 

Weltweites Bienensterben

Albert Einstein soll gesagt haben: „Wenn die Bienen sterben, hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben.“

Seit über 10 Jahren alarmiert das Bienensterben Verbraucher und Fachleute. Die Ursachenforschung ist noch nicht abgeschlossen. Neben Parasiten spielen Pestizide auf jeden Fall eine entscheidende Rolle.

Im Jahre 2008 starben am Oberrhein Millionen Bienen nach einem Pestizideinsatz. Das Mittel, Clothianidin(Bayer Crop Science) gehört zur Gruppe der Neonikotinoide (synthetische Nikotinverbindungen). Das Mittel wurde zunächst verboten, nach Untersuchungen von Bayer (!) wieder zugelassen. Eine aktuelle Langzeitstudie wird übrigens zur Hälfte von der chemischen Industrie finanziert! Ein Schelm, der Böses dabei denkt…

Nicht berücksichtigt bei der derzeitigen Zulassungspraxis werden Auswirkungen, die nicht direkt tödlich sind und auch nicht die kombinierte Wirkung von zeitnah eingesetzten unterschiedlichen Mitteln. Ebenso spielt das durch unsere blütenarme Landwirtschaft geschwächte Immunsystem der Bienen bei den Untersuchungen keine Rolle.

Im Gegensatz zu den oben genannten Studien belegt eine Untersuchung der Universität Essex (veröffentlicht im Wissenschaftsjournal Ecotoxilogy), dass Pestizide, vor allem Neonikotinoide, außerordentlich gefährlich für Bienen sind. Bienen bringen weniger von ihrem Nahrungsmittel, den Pollen mit. Zudem scheinen sich die Gifte auf den Orientierungssinn der Tiere auszuwirken: über ein Drittel fanden nicht mehr zum Bienenstock zurück. Das Bienenvolk verhungert… Ohne Bienen kein Obst: 35% unserer Agrarlebensmittel hängen von Bestäubern wie den Bienen ab!

Und wie wir es auch drehen und wenden, ob Fleischbetrug, ob Gen-Mais (hier angepflanzt oder als importiertes Viehfutter, ob Pestizide oder ob Nitrate aus der Gülle im Grundwasser: am Ende der Nahrungskette steht immer der Mensch!

 

Die GRÜNEN treten europaweit ein für eine Landwirtschaft ohne Gentechnik und Antibiotika. Wir wollen eine ökologische Landwirtschaft ohne Chemie und eine Abkehr von der Massentierhaltung. Nur so kann langfristig die Gesundheit von Mensch und Tier geschützt werden, die Artenvielfalt erhalten bleiben und nur so können wir unseren Kindern und Enkeln eine lebenswerte Umwelt erhalten – mit Äpfeln, Birnen, Zwetschgen, Bienen und Schmetterlingen!