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Umgehung? Nein Danke!

 

Bereits seit den 1970er Jahren existieren Planungen für eine Ortsumgehung für Barntrup. Zunächst wurden mehrere Trassenführungen diskutiert, am Ende fiel die Entscheidung auf eine Strecke, die in einem weiten Halbkreis nördlich um die Kernstadt führt. Diese wird als B 66 neu (B 66n) geplant.

 

Die Grünen in Barntrup sind und waren schon immer entschiedene Gegner einer Umgehungsstraße und lehnen jegliche Planung hierzu ab. Der zu erwartende Nutzen einer solchen Straße steht in keinerlei Relation zu den extrem hohen Baukosten. Er rechtfertigt unserer Meinung nach keinen derart gravierenden Einschnitt in die Barntruper Landschaft, die Zerschneidung eines nahe liegenden und ausgezeichneten Naherholungs- und Wandergebietes und die unwiederbringliche Zerstörung des Lebens- und Nahrungsraumes zahlreicher Lebewesen. Lärmschutzmaßnahmen entlang der Straße sind kaum zu erwarten. Auch die Auswirkungen des Baus sowie später des Verkehrs auf unser Trinkwasser sind noch nicht wirklich geklärt.

 

Eine Auflistung einiger Argumente, die gegen den Bau der Nordumgehung sprechen, finden Sie weiter unten auf dieser Seite.

 

Die letzten Verkehrszählungen bestätigen die in den Plänen angeführte Steigerung der Verkehrszahlen in und um Barntrup keineswegs. Im Gegenteil, die neuesten Erhebungen zeigen auf fast allen für die Umgehung signifikanten Abschnitten gleich bleibende oder sinkende Fahrzeugzahlen! Leider sind diese letzten Ergebnisse nicht mehr in den Plan eingeflossen, obwohl wir in allen Gremien immer auf die insgesamt sinkende Verkehrsbelastung hingewiesen haben.

 

Von den Befürwortern der Strecke wird gern die erwartete Entlastung der Straßen in der Innenstadt angeführt. Dies ist nicht nur sehr fraglich, sondern verschleiert auch die eigentliche Intention der Planer: Die Barntruper Nordumgehung ist nur ein sehr kleiner Teil einer größeren Planung.

 

Die B 217 ist zwischen Hannover und Hameln bereits fast durchgehend als Schnellstraße ausgebaut. Auch die Ostwestfalenstraße ist bis auf wenige Abschnitte fertig gestellt. Dazwischen sieht man hingegen noch Bedarf: Die heutige B 1 sowie die L 758 zwischen Barntrup und Großenmarpe haben noch vollständig den Charakter einfacher Landstraßen mit relativ enger Streckenführung und zahlreichen Ortsdurchfahrten. In diesem Bereich sind eine Reihe von Ausbaumaßnahmen vorgesehen, darunter eben auch die neue B 66 als Barntruper Umgehung.

 

Das Problem im Hinblick auf die gesamte Strecke ist der unterschiedliche Stand der einzelnen Projekte: Während einige Abschnitte bereits fertig sind (Umgehung Großenmarpe) oder in Kürze fertig werden (Umgehung B 1 Aerzen), befindet sich die Planung anderer Teilstücke noch ganz am Anfang. Bestes Beispiel hierfür ist die Umgehung Selbeck, die als eigenständiger Bau betrachtet wird. Selbst Optimisten gehen nicht von einem Baubeginn vor 2020 aus! Das bedeutet: Selbst wenn die Barntruper Nordumgehung kurzfristig gebaut würde, würde sie das eigentliche Ziel verfehlen, da die große Mehrzahl der anschließenden Trassen noch lange nicht in Sicht ist!

 

Für uns Grüne gilt der Leitsatz: Erhalt geht vor Neubau! Ob man in Richtung Bösingfeld, Großenmarpe oder Bad Pyrmont unterwegs ist: Rund um Barntrup befinden sich die Landesstraßen in einem erschreckenden Zustand. Wenn schon für dringend notwendige Instandsetzungen offenbar keine Mittel vorhanden sind - wie verrückt wäre es da, einen zweistelligen Millionenbetrag in ein derart umstrittenes, riskantes, einschneidendes und unserer Ansicht nach auch überflüssiges Projekt zu stecken!

 

Durch den Anfang 2012 erlassenen Planfeststellungsbeschluss besteht für den Barntruper Teil der Umgehung Baurecht. Allerdings sind die Mittel für den Straßenneu- und ausbau bei Bund und Land dermaßen knapp, dass zur Zeit nicht abzusehen ist, wann Gelder für die Umgehungsstraße bereit stehen würden. Wir werden uns auch weiterhin dafür stark machen, dass diese unserer Meinung nach unverhältnismäßige und unnötige Strecke nicht gebaut wird!

 

Argumente

Hier finden Sie die wichtigsten Argumente, die für uns gegen einen Bau der Nordumgehung B 66n sprechen.

 

  • Wir bezweifeln die grundsätzliche Notwendigkeit einer Umgehungsstraße für Barntrup. Die Verkehrzahlen auf allen relevanten vorhandenen Straßen sind gleichbleibend oder rückläufig. Von der viel zitierten rasant gestiegenen Belastung kann daher keine Rede sein.
  • Lärm und Schadstoffbelastung würden nicht reduziert, sondern nur räumlich verlagert. Die Straße würde in einigen Abschnitten (Musikerviertel) sehr nah an der vorhandenen Wohnbebauung vorbei führen. Die theoretische Entlastung der Innenstadt ginge damit zu Lasten anderer Einwohner Barntrups.
  • Die versprochene Entlastung der Innenstadt wird, wenn überhaupt, nur geringfügig ausfallen. Der innerstädtische Verkehr wird auch weiterhin die vorhandenen Straßen nutzen. Auf die zweifelsohne existenten Probleme in diesem Bereich (z.B. Rückstau hinter haltenden Linienbussen, zu enger Parkstreifen, Anlieferung der Geschäfte durch LKW) hätte die Umgehung praktisch keinen Einfluss.
  • Als Teil einer übergeordneten Planung wäre mit einer Zunahme insbesondere des Schwerlastverkehrs zu rechnen. Die Strecke würde als Abkürzung und Alternative zur häufig überlasteten Autobahn 2 dienen. Auch für "Mautsparer" wäre die Straße sicher interessant.
  • Die Umgehungsstraße zerschneidet einen wertvollen Kultur- und Naherholungsraum. Die extremen Eingriffe in die Landschaft, die die Einschnitte bzw. Aufschüttungen entlang der Strecke herbei führen würden, sorgen für eine unumkehrbare Veränderung des gesamten Landschaftsbildes.
  • Die Straße birgt unkalkulierbare Risiken für das qualitativ hervorragende Trinkwasser in Barntrup. Im westlichen Teil führt die Trasse durch wichtige Wassergewinnungsgebiete der Stadt. Die möglichen Auswirkungen einerseits der Baumaßnahme, andererseits des späteren Verkehrs (Unfälle mit Gefahrgut u.ä.) in diesen Bereichen sind völlig unklar. Genauso verhält es sich mit den mehr als 15 Meter tiefen Einschnitten ins Gelände im östlichen Teil.
  • Die Lebens- und Nahrungsbeschaffungsräume zahlreicher Tierarten werden zerschnitten. Wertvolle Naturflächen werden versiegelt, insbesondere im Bereich der vorgesehenen Anschlussstellen ist der Flächenverbrauch immens. An der Querung der Lemgoer Straße führt die Trasse durch ein besonders schützenswertes FFH-Gebiet.
  • Durch die neue Straße würde die Attraktivität der Innenstadt weiter sinken. Den Geschäften gingen viele "Laufkunden" verloren. Die Folge: Schließung von Geschäften und Vermehrung der Leerstände. Die Stadtkerne von Horn und Lügde sind warnende Beispiele, welche Wirkungen eine Umgehungsstraße auf das Geschäftsleben im Ort haben kann.
  • Der Verbrauch und die Zerschneidung von Flächen ginge zu Lasten der örtlichen Landwirte. Sollte die Umgehung tatsächlich gebaut werden, wären Existenzen und Arbeitsplätze vor Ort gefährdet.

 

Der Arbeitskreis B 66 spricht sich wie wir entschieden gegen den Bau der Umgehungsstraße aus. Auf der Homepage des Arbeitskreises finden sich weitere interessante Fakten, Bilder, Argumente und Hintergründe zu der geplanten Strecke.

 

Hier geht es direkt zur Seite des Arbeitskreises: www.b66barntrup.de