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Grünes Wirken in Barntrup 2009 - 2014

 

Im Jahr 2004 traten die Barntruper Bündnisgrünen nach längerer Pause erstmals wieder bei der Kommunalwahl an. Dabei wurde "aus dem Stand" ein tolles Ergebnis von 6,3 % erzielt, sodass wir nun wieder mit zwei Mitgliedern im Stadtrat vertreten waren.

Bei der folgenden Wahl 2009 konnte dieses Ergebnis, sicher auch aufgrund der verstärkten Präsenz, noch mal getoppt werden: 10,5 % der Stimmen bedeuteten einen zusätzlichen dritten Sitz im Rat. Zugleich fiel bei dieser Wahl die schwarz-gelbe Mehrheit im Stadtrat. Dies machte es uns leichter, eigene Projekte und Ziele einzubringen und auch durchzusetzen.

Ein gutes Beispiel hierfür sind die "Stolpersteine", die vor den letzten Wohnsitzen der im Dritten Reich deportierten Bürgerinnen und Bürger an deren Schicksal erinnern. Hatten CDU und FDP dieses Vorhaben in der vorangegangenen Periode mit ihrer Mehrheit blockiert, fand der Antrag nun mehrheitlich Zustimmung. Im August 2011 war es dann endlich soweit: Der Künstler Gunter Demnig verlegte die Steine in der Oberen Straße.

 

Ein großes Thema der vergangenen Jahre war die Schulsituation in Barntrup. Die Hauptschule litt bereits seit längerem unter sinkenden Anmeldezahlen. Bald wurde klar, dass die Schule in ihrer bisherigen Form nicht mehr zu halten war. Dies hätte zur Folge gehabt, dass Schülerinnen und Schüler bereits ab der 5. Klasse mit dem Bus hätten "auspendeln" müssen - eine klare Verschlechterung des Schulstandortes Barntrup und der Attraktivität der Stadt insgesamt.

Wir haben daher angeregt, eine Gesamtschule zu gründen. Dies wäre ökonomisch, sozialpolitisch und auch pädagogisch sinnvoll gewesen, hätte man doch auch weiterhin alle gängigen Schulabschlüsse in Barntrup erreichen können.

Allerdings hätten wir dazu das bestehende und hervorragend funktionierende Gymnasium in eine Gesamtschule umwandeln müssen. Dies stieß auf Widerstand bei Lehrerschaft und Eltern und wurde auch von CDU und FDP abgelehnt.

Etwa zur selben Zeit wurde von der Landesregierung die Sekundarschule ins Leben gerufen. Diese war aus unserer Sicht ein guter Kompromiss: Gemeinsam mit Dörentrup und Extertal wurde eine gemeinsame Sekundarschule geplant, einschließlich eines Nebenstandortes in Barntrup. So konnte das bewährte Gymnasium weiter bestehen, und die Schülerinnen und Schüler hätten auch zukünftig alle Optionen vor Ort. Nach eingehenden Diskussionen fand diese Lösung auch die Zustimmung von CDU und FDP, sodass der erhoffte einstimmige Beschluss gefasst werden konnte.

Leider gelang es dann aber nicht, den gewünschten Nebenstandort in Barntrup zu realisieren. Viele Barntruper Eltern meldeten ihre Kinder direkt in Bösingfeld an, die notwendigen Schülerzahlen für Barntrup wurden nicht erreicht. Dies ist bedauerlich, da nun doch viele Fünftklässler pendeln müssen. Dennoch kann man das Projekt Sekundarschule insgesamt als gelungen betrachten.

 

Auch nach dem Ende des normalen Schulbetriebes blieb die Hauptschule - genauer gesagt das Gebäude - ein Thema. Weite Teile sind dringend sanierungsbedürftig, aber es war auch klar, dass das Gebäude nach dem Ende der Hauptschule nicht mehr komplett genutzt werden müsste. Die Verwaltung hat zusammen mit mehreren Architekten und Sachverständigen Pläne ausgearbeitet, die einen teilweisen Abriss sowie die Sanierung der weiterhin benötigten Räume vorsehen. Bereits jetzt werden zahlreiche Räume vom Gymnasium genutzt. Auch einige Fachräume bzw. die Innenausstattung sollen erhalten werden.

Wir Grüne haben uns dafür eingesetzt, dass die Aula der Hauptschule als Tagungs- und Veranstaltungsraum erhalten bleibt. Auch hier muss saniert werden. Die Pläne zur Umwandlung in ein "Bürgerforum" unterstützen wir ausdrücklich, auch sollen neben der Aula einige kleinere Räume für Gruppen und Treffen bereit gehalten werden. Noch nicht endgültig geklärt ist die Frage der Kosten. Wir werden darauf achten, dass diese grob im bisherigen finanziellen Rahmen bleiben. Bei überraschenden Mehrkosten müssten Teile der Planung jedoch neu diskutiert werden.

 

Ein schwieriges und komplexes Thema war die Kanalsanierung in der Alverdisser Siedlung "Ringstraße". Hier dringt übermäßig viel Fremdwasser - also sauberes Regen- und Grundwasser - in den vorhandenen Schmutzwasserkanal ein. Dies sorgt insbesondere in der Kläranlage für Probleme, etwa weil die Organismen im Belebungsbecken bei zu klarem und kaltem Wasser nicht richtig arbeiten können.

Der ursprüngliche Plan der Verwaltung sah vor, dass der jetzige, marode Mischwasserkanal in Zukunft nur noch das Oberflächenwasser führen sollte. Für das Schmutzwasser sollte ein neuer Kanal gebaut und höher als der alte verlegt werden. Eine Folge davon wäre gewesen, dass Anwohner ihr Schmutzwasser aus dem Keller in den höher gelegenen Kanal hätten pumpen müssen. Verständlicherweise wehrten sich zahlreiche Anlieger gegen diese teure und riskante Technik. Eine Interessengemeinschaft wurde gegründet, die die Belange der Eigentümer mit Nachdruck vertrat.

So einigte sich die Politik schließlich, von der ungewöhnlichen Variante des "hohen Kanals" Abstand zu nehmen und den Kanal in normaler Tiefe zu verlegen. Die grundsätzliche Lösung - neuer Schmutzwasserkanal, Regenwasser in den alten Kanal - wurde beibehalten.

Kompliziert wurde die Planung, da zugleich mit der mittlerweile weitgehend zurück gezogenen Dichtheitsprüfung für private Kanäle ein weiteres Problemfeld hinzu kam. Auch stellte sich heraus, dass auf der Kläranlage selbst Anpassungen und Sanierungen notwendig waren. Mit der Ertüchtigung der Kläranlage und der Kanalsanierung konnte schließlich ein Maßnahmenpaket verabschiedet werden, das alle Fraktionen und auch die BI befürworten konnten.

 

Wir Grüne setzen uns konsequent gegen Atomkraft und für regenerative Energieformen ein. Das gilt unserer Meinung nach nicht nur für die "große Politik", sondern auch auf lokaler Ebene. Wer nachhaltig Energie erzeugen will, muss auch bereit sein, die dafür nötigen Voraussetzungen und Maßnahmen zu treffen.

Seit längerem drehen sich insgesamt sieben Windkraftanlagen auf Barntruper Stadtgebiet, allesamt im Bereich Saalberg. Diese Anlagen gehören mittlerweile zum Stadtbild und scheinen allgemein akzeptiert. Nachdem sich einige Jahre nicht viel getan hatte, forderte der Windkrafterlass im Jahr 2013 die Kommunen auf, wieder sogenannte Vorranggebiete für die Windenergie zu planen.

Wir Grüne sind die derzeit einzige Fraktion in Barntrup, die die Windenergie eindeutig fordert und unterstützt. Zugleich ist uns bewusst, dass es sich dabei um ein heikles Thema handelt. Viele Menschen stehen den Anlagen skeptisch gegenüber, Stichworte sind u. a. Geräuschentwicklung und Schattenwurf. Die Auswirkungen solcher Anlagen auf Mensch und Natur sind auch aus unserer Sicht unbedingt zu berücksichtigen, alle möglicherweise schädlichen Einflüsse müssen so gut es geht minimiert werden.

 

Neben diesen großen Themen haben wir uns auch um kleinere Projekte gekümmert, die sich zum Teil mit überschaubarem finanziellem und zeitlichem Aufwand umsetzen ließen.

Wir haben das Programm "Jung kauft Alt" auf den Weg gebracht, das jungen Familien eine Unterstützung beim Kauf vorhandener Immobilien ermöglicht. Wir haben eine Begrüßungsmappe mit Informationen und Hilfen für Neubürger ins Leben gerufen. Uns lag die direkte Busverbindung nach Hameln am Herzen, die sich nach schwierigem Start nun steigender Fahrgastzahlen erfreut. Schnelles Internet soll auch in kleinen Orten verfügbar sein - Sonneborn ist bereits angeschlossen, Selbeck und Sommersell sollen folgen.

Gute und qualifizierte Jugendarbeit ist uns ein Anliegen. Wir haben uns dafür eingesetzt (und werden dies auch weiter tun), dass der KOMM e.V. eine stabile finanzielle Grundlage erhält, die bei Bedarf auch erhöht werden kann. Auch die interkommunale Zusammenarbeit mit den anderen nordlippischen Gemeinden ist für uns lohnenswert. Die Kooperation mit Dörentrup im Bereich Abwasser ist hier ebenso zu nennen wie die vernetzte Verwaltung, die Ämtergänge auch bei Nachbarkommunen ermöglicht. Mit Hilfe von Fördermitteln, z. B. aus dem LEADER-Programm, konnte manches erreicht werden, etwa die Neugestaltung des Bahnhofsgeländes in Alverdissen und der Umbau am Oberen Teich in Sonneborn.

 

Wir haben einiges erreicht - aber auch noch einiges vor! Dabei zählen wir auf Ihre Unterstützung. Sagen Sie uns Ihre Meinung zu aktuellen Themen in Barntrup. Bringen Sie Ihre Ideen ein, mit denen man unsere Stadt noch lebenswerter und attraktiver machen könnte. Engagieren Sie sich ehrenamtlich. Es lohnt sich - vieles lässt sich auch ohne viel Geld bewegen! Und natürlich - unterstützen Sie uns bei den kommenden Wahlen. Damit Barntrup auch weiterhin eine starke grüne Stimme erhält!